Wer Leitungen vor dem Bohren ortet, vermeidet teure Schäden
Typische Fehler passieren, wenn man eine Gipskartonwand für massiv hält. Dann werden schwere Lasten mit gewöhnlichen Dübeln befestigt, die sich später lösen. Bei alten Putzwänden kann der Putz bröseln, wenn der Bohrer ohne Schlag und mit zu hoher Drehzahl geführt wird. In Beton wiederum brechen Bohrer ab, wenn ohne Schlag und ohne Kühlpausen gearbeitet wird. Auch das Bohren in der Nähe von Steckdosen und Rohren ist riskant. Prüfe vorher mit einem Leitungssucher, wo Strom- und Wasserleitungen verlaufen.
Bei bereits tapezierten Wänden ist Vorsicht geboten. Sind die alten Bahnen fest und sauber, kann direkt darüber tapeziert werden, sofern die alte Tapete nicht zu stark strukturiert ist. Eine Grundierung ist dann nicht zwingend, aber ein Haftgrund auf der alten Tapete verbessert die Verbindung. Sind die alten Bahnen jedoch lose oder schimmelig, müssen sie komplett entfernt werden, bevor grundiert wird. Schimmel wird nicht übertapeziert, sondern mit einem geeigneten Mittel behandelt und die Ursache beseitigt.
Messen, prüfen, vorbereiten – die unterschätzte erste Phase Bevor irgendetwas abgerissen wird, steht das Messen. Ein Gliedermaßstab und eine Wasserwaage gehören deshalb zu den ersten Anschaffungen. Mit der Wasserwaage werden später Fliesen, Profile und Möbel ausgerichtet; ohne sie wird jede Wand schief. Ein Laserentfernungsmesser ersetzt das umständliche Bandmaß über große Distanzen, ist aber kein Muss. Wichtiger ist ein Bleistift und ein Stück Kreppband zum Markieren. Typischer Fehler: Maße nur einmal nehmen und dann aus dem Gedächtnis arbeiten. Zweimal messen, einmal schneiden – diese Regel spart Material und Geld.
Zuerst wird das Loch gesäubert. Staub und lose Putzreste mit einem kleinen Pinsel oder einem Staubsauger entfernen. Sitzt der Dübel noch drin, zieht man ihn mit einer Zange heraus. Bei einem alten, ausgefransten Loch den Rand mit einem Cuttermesser leicht anschrägen, damit die Spachtelmasse Halt findet. Ist das Loch tiefer als einen Zentimeter, füllt man es in zwei Arbeitsgängen, sonst reißt die Masse beim Trocknen.
Typische Fehler kosten am meisten: Bohren ohne vorherige Ortung, Verlassen auf billige Geräte ohne Kalibrierung, Ignorieren von Warnsignalen wie einem kurzen Aufleuchten oder unregelmäßigem Piepen. Auch das Bohren in Fliesenfugen oder unmittelbar über Fußleisten endet oft an einer Leitung. Wer mietet, sollte vor dem Bohren den Vermieter fragen und die Zustimmung schriftlich festhalten. Bei tragenden Wänden, Decken oder Böden mit Fußbodenheizung ist professionelle Ortung die günstigere Lösung – nicht der teurere Umweg.
Für den Aufbau braucht es einen Akkuschrauber mit zwei Akkus und einem Satz Bits sowie einen zweiten, kleineren Schrauber für enge Stellen. Ein Bohrhammer ist nur dann nötig, wenn in Beton oder Stein gedübelt wird; für Gipskarton und Holz genügt der Akkuschrauber. Ein Cuttermesser mit Abbrechklingen schneidet Dämmplatten, Folien und Tapeten. Ein Fuchsschwanz oder eine Handsäge schneidet Holzlatten und Profile. Wer Fliesen legt, benötigt zusätzlich einen Fliesenschneider – hier lohnt sich Miete statt Kauf, wenn nur ein Bad ansteht.
Ein Dübelloch in der Wand ist mehr als ein optisches Problem. Bleibt es offen, sitzt der nächste Putz locker, und beim Streichen zeichnet sich der Rand als Schatten ab. Wer die Stelle dauerhaft verschwinden lassen will, muss sie füllen, nicht nur übermalen. Ausnahme: In Fliesen oder Sichtbeton lässt sich ein Loch kaum unsichtbar schließen, dort bleibt oft nur eine Abdeckung.
Wer den Wandaufbau kennt, spart Zeit, Material und Ärger. Ein paar Minuten für Klopftest, Magnet und Probebohrung verhindern teure Schäden und sorgen dafür, dass Regale, Schränke und Bilder dauerhaft halten. Im Zweifel hilft der Blick in Baupläne oder die Rücksprache mit der Hausverwaltung.
Wer eine Wand anbohrt, eine Leiste montiert oder Fliesen entfernt, muss wissen, woraus die Wand besteht. Ein falscher Dübel, ein zu hoher Druck oder ein ungeeigneter Bohrer können sonst Schäden verursachen, die sich nur schwer wieder ausbessern lassen. Die drei häufigsten Wandarten sind Gipskarton, Putz auf Mauerwerk und Beton. Jede verhält sich anders beim Bohren, Dübeln und Entfernen von Material.
Beim Verputzen und Spachteln entscheidet die Kelle über das Ergebnis. Eine Edelstahl-Glättekelle mit abgerundeten Ecken hinterlässt weniger Kratzer als eine mit scharfen Kanten. Ein Spachtel in zwei Breiten deckt Ecken und Fugen ab. Ein Eimer, ein Rührquirl und eine Wasserwaage in 1,5 Metern Länge gehören dazu. Typischer Fehler: zu viel Material auf einmal anrühren. Nach 20 bis 30 Minuten ist der Putz oft nicht mehr verarbeitbar, besonders bei warmem Wetter. Lieber kleinere Mengen ansetzen und zwischendurch die Kelle sauber abwischen.
Bohrprobe und Magnet – zwei Werkzeuge, die Klarheit schaff
Für Anstrich und Lackarbeiten reichen eine Farbwanne, eine Rolle mit passender Bürste und ein Pinsel für Kanten. Abklebeband in zwei Breiten – schmal für Fensterrahmen, breit für Fußleisten – spart Nacharbeit. Ein Universalmesser zum Entfernen von Silikonfugen und ein Silikonspritzer runden die Ausstattung ab. Wichtig ist die Reinigung direkt nach der Arbeit: eingetrocknete Farbe auf der Rolle macht sie unbrauchbar, und verharztes Silikon lässt sich kaum noch aus der Düse entfernen. Wer diese Grundausstattung beisammen hat, kann fast jede Standardrenovierung durchführen, ohne ständig nachkaufen zu müssen.