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4 Regeln für den Schnitt von Johannisbeeren

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Zunächst wird der Strauch genau betrachtet. Man sucht die ältesten Triebe heraus. Erkennbar sind sie an der dunkelgrauen, rissigen Rinde und daran, dass sie kaum noch Seitentriebe mit Blütenansatz bilden. Von diesen alten Trieben werden etwa ein Drittel ausgewählt. Sie werden nicht irgendwo gekappt, sondern möglichst tief, dicht über dem Boden oder an einer jungen, kräftigen Seitenverzweigung abgeschnitten. Ein schräger Schnitt direkt über einem nach außen zeigenden Auge fördert den Austrieb in die gewünschte Richtung. Die Schnittstelle sollte sauber und glatt sein, deshalb ist eine scharfe Baumschere oder Säge wichtig. Ausgefranste Wunden heilen schlecht und bieten Pilzen und Krankheitserregern eine Eintrittspforte.

Hortensien sind keine einheitliche Gruppe, sondern mehrere Arten mit unterschiedlichem Blühverhalten. Wer im Frühjahr alle Triebe gleich zurückschneidet, entfernt bei manchen Sorten genau die Knospen, aus denen im Sommer Blüten werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob geschnitten wird, sondern wann und an welchem Holz die Blüten angelegt werden. Zwei Gruppen sind zu unterscheiden: Sorten, die am alten Holz blühen, und Sorten, die am neuen Holz blühen.

Ein häufiger Fehler ist, den Schnitt zu nah am Stamm zu setzen. Bei gespannten Ästen sollte der Schnitt weiter außen liegen, damit der Ast nach dem Durchtrennen nicht gegen den Stamm schlägt. Ein weiterer Fehler: das Seil erst nach dem Sägen anzubringen. Dann ist die Spannung bereits frei und der Ast kann unkontrolliert fallen. Ebenfalls falsch ist ein einziger Schnitt von oben. Besser ist ein Entlastungsschnitt von unten, gefolgt von einem Schnitt von oben, der den Ast sauber durchtrennt.

Ein einäugiger Zapfen ist ein Triebstück, das nur ein einziges Auge trägt. Wird er als Schnittform gewählt, bleibt an der Rebe genau eine Knospe stehen, aus der Beleuchtung im Wohnzimmer Folgejahr ein Fruchttrieb austreibt. Diese Reduktion wirkt zunächst radikal, ist aber eine der zuverlässigsten Methoden, um eine Rebe über viele Jahre gleichmäßig und produktiv zu halten. Der entscheidende Punkt liegt nicht in der Anzahl der Augen, sondern in der Versorgung der verbleibenden Knospe mit Nährstoffen und Licht.

Nach dem Schnitt wird das Seil langsam nachgelassen, damit der Ast kontrolliert zu Boden geht. Der Schnitt selbst wird anschließend begradigt und mit einem sauberen Schnitt nachgearbeitet. Eine Wunde, die durch Abspannen entstanden ist, heilt nicht schlechter als eine gesägte, solange die Schnittfläche glatt ist. Wichtig ist, den Ast nicht mit Gewalt zu ziehen, sondern die Spannung nur so weit zu nehmen, dass der Schnitt gefahrlos möglich ist.

Typische Fehler sind ein zu tiefer Schnitt direkt über dem Auge, ein Schnitt in junges, unreifes Holz und das Stehenlassen von Zapfen ohne ausreichende Reserven. Wer nur ein Auge lässt, aber den Stock insgesamt zu schwach ernährt, bekommt zwar einen Trieb, aber keine tragfähige Struktur. Ebenso falsch ist es, den einäugigen Zapfen mit einem Zapfen Raumteiler ohne Sichtschutz Auge zu verwechseln, der gar nicht austreibt und die Rebe schwächt. Kontrolle im Frühjahr zeigt schnell, ob das Auge ausgetrieben hat oder vertrocknet ist.
Woran man erkennt, dass ein Ast gespannt ist Ein gespannter Ast biegt sich oft in eine Richtung, die nicht seiner natürlichen Wuchsrichtung entspricht. Typische Anzeichen sind eine leicht verdrehte Rinde, ein sichtbarer Bogen oder ein Riss an der Oberseite. Drückt man vorsichtig mit der Hand gegen den Ast, spürt man einen Widerstand, der in eine bestimmte Richtung zieht. Bei starken Spannungen reicht schon ein kleiner Schnitt, um eine heftige Bewegung auszulösen. Deshalb gilt: Erst prüfen, dann abspannen, dann sägen.

Woran man altes und neues Holz erkennt Altes Holz ist die im Vorjahr gewachsene, inzwischen verholzte Substanz. Die Knospen sitzen dort dicht unter der Triebspitze und sind oft etwas dicker als Blattknospen. Neues Holz entsteht erst im laufenden Frühjahr aus dem unteren oder mittleren Bereich der Pflanze. Sorten am neuen Holz wie die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) und die Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens) treiben aus dem Boden oder aus tiefen Knospen kräftig aus und blühen an diesen neuen Trieben. Bei ihnen ist ein kräftiger Rückschnitt im Spätwinter sogar erwünscht, weil er die Bildung kräftiger Blütentriebe fördert.

Junge Triebe bleiben stehen – aber nicht alle. Wenn ein Strauch zu dicht steht, konkurrieren die Triebe um Licht und Luft, und genau das begünstigt Pilzkrankheiten wie den Amerikanischen Stachelbeermehltau. Lass die kräftigsten, gut verteilten Jungtriebe stehen und entferne schwache, dünne oder nach innen wachsende. Ein ausgewachsener Strauch verträgt etwa acht bis zehn kräftige Gerüsttriebe unterschiedlichen Alters. Alles, was quer durch den Strauch wächst oder sich gegenseitig reibt, kommt weg.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt ins alte Holz hinein, weil man glaubt, radikal verjüngen zu müssen. Johannisbeeren treiben zwar wieder aus, aber ein zu starker Rückschnitt kostet ein oder zwei Erntejahre. Ein weiterer Fehler: nur die Spitzen zu kürzen. Das fördert viele kurze Verzweigungen, die kaum Früchte tragen. Kürze junge Triebe nur, wenn sie zu lang und instabil sind, und entferne stattdessen lieber ganze alte Ruten am Boden. Auch wer den Strauch gar nicht schneidet, verliert nach einigen Jahren den Ertrag, weil die alten Ruten überhandnehmen.

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