4 Schnitte, die dicke Äste sauber trennen ohne Rindenriss
Wer sicher gehen will, arbeitet mit einer einfachen Kontrolle: Morgens vor dem Gießen die Triebspitzen zwischen Daumen und Zeigefinger drücken. Fühlen sie sich fest und trocken an, ist der Saftdruck noch niedrig. Sind sie weich und feucht, läuft der Austrieb. Ein Schnitt an einem trockenen, kühlen Vormittag ist immer günstiger als an einem warmen Nachmittag, weil die Pflanze dann langsamer blutet und die Wunde schneller verschließt. Nach dem Schnitt zwei Tage nicht gießen und keine stickstoffhaltigen Dünger geben.
Ein häufiger Fehler ist der umgekehrte Schnitt: oben breit, unten schmal. Diese Form entsteht, wenn man die Hecke oben wachsen lässt und unten kaum zurückschneidet. Das Ergebnis ist eine kippende Wand, die unten verkahlt und oben überhängt. Ein weiterer Fehler ist der Schnitt in praller Mittagssonne. Die frisch freigelegten Blätter und Triebe verbrennen dann, besonders bei starkem Rückschnitt. Besser sind die frühen Morgenstunden oder ein bedeckter Tag.
Der erste Schnitt sitzt auf der Unterseite des Astes, etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt. Die Säge wird von unten angesetzt und etwa ein Drittel der Aststärke tief geführt. Dieser Schnitt ist die Sollbruchstelle. Er verhindert später, dass die Rinde beim Fallen des Astes in den Stamm hineinreißt. Wichtig ist, die Säge ruhig zu führen und nicht zu verkanten. Ein zu tiefer Schnitt schwächt den Ast unnötig, ein zu flacher erfüllt seinen Zweck nicht.
Geschnitten wird von unten nach oben mit einer scharfen, sauberen Schere. Zuerst werden die unteren Partien in Form gebracht, dann folgt die obere Kante. So bleibt die Linie gerade, und man kann den Verlauf besser kontrollieren. Wichtig ist, nicht in die alten, verholzten Teile zu schneiden. Eine Hecke treibt zuverlässig aus grünen Trieben aus, aus braunem Holz dagegen oft gar nicht. Wer zu tief ins alte Holz geht, erzeugt dauerhafte Lücken, die sich nicht mehr schließen.
Der Grund liegt in der Wuchsbiologie. Licht fällt von oben auf die Hecke. Steht die Seitenwand senkrecht oder gar überhängend, erreicht die unteren Triebe kaum noch direktes Licht. Die Pflanze reagiert darauf, indem sie die beschatteten Blätter abwirft und nur oben neue Triebe bildet. Eine trapezförmige Wand lässt das Licht dagegen bis in den unteren Bereich fallen. Die unteren Zweige bleiben belaubt, die Hecke behält ihre dichte Struktur über die gesamte Höhe.
Der zweite Schnitt trägt das Gewicht ab Der zweite Schnitt wird von oben angesetzt, einige Zentimeter weiter außen als der erste, also in Richtung Astspitze. Beim Sägen trifft die Schnittfuge auf den unteren Einschnitt, und der Ast bricht kontrolliert ab. Der verbleibende kurze Stummel fällt zu Boden, ohne am Stamm zu ziehen. Genau hier passiert der häufigste Fehler: Flur Gestalten Wer den zweiten Schnitt zu nah am ersten setzt, klemmt die Säge ein und riskiert einen langen Rindenstreifen. Wer zu weit außen sägt, lässt einen unnötig langen Stummel stehen, der später mühsam nachgearbeitet werden muss.
Nach dem Schnitt sollte die Hecke gewässert werden, wenn längere Trockenheit herrscht. Ein mulchhaltiger Boden unter der Hecke hilft, die Feuchtigkeit zu halten. Kontrolliert man die Trapezform jedes Jahr mit einer Latte, bleibt die Linie erhalten. Wer die Form einmal vernachlässigt, muss später stärker eingreifen und riskiert kahlen Wuchs. Regelmäßigkeit ist bei dieser Schnittform wichtiger als ein einzelner, großer Rückschnitt.
Wer eine Weinrebe an der Hauswand zieht, erntet im dritten Standjahr oft nur Blattwerk und dünne Ranken. Der Grund liegt selten am Standort, sondern fast immer am Schnitt. Die Rebe will wachsen, und wenn sie darf, investiert sie alles in Triebe und Laub statt in Frucht. Wer dagegen kräftig zurückschneidet, zwingt sie, ihre Reserven in wenige, kräftige Knospen zu stecken – und genau daraus entstehen vollere Trauben.
Bevor der Häcksler angeworfen wird, sollte das Schnittgut sortiert werden. Dünne Zweige bis etwa vier Zentimeter Durchmesser eignen sich problemlos für die meisten Gartenhäcksler. Dickere Äste müssen entweder mit einer Astschere vorgeschnitten oder für eine längere Trocknung beiseitegelegt werden. Weiches Grün, Laub und krautige Reste lassen sich zwar ebenfalls häckseln, verrotten aber deutlich schneller und sollten deshalb getrennt oder in dünneren Schichten aufgebracht werden.
Der Zeitpunkt richtet sich nach der Pflanzenart. Immergrüne Hecken wie Thuja oder Kirschlorbeer werden am besten im späten Frühjahr und noch einmal im Sommer geschnitten. Blühende Hecken schneidet man nach der Blüte, damit die Knospen nicht entfernt werden. Ein Rückschnitt im Herbst ist bei vielen Arten riskant, weil die Schnittstellen vor dem Frost nicht mehr verheilen. Wer unsicher ist, schneidet zunächst nur leicht und beobachtet, wie die Hecke im nächsten Jahr austreibt.
Praktisch geht man so vor: Zuerst alles Totholz, alle schwachen Triebe und alle diesjährigen Ruten entfernen, die zu dicht stehen. Aus dem verbleibenden Holz wählt man die kräftigsten, gut ausgereiften Ruten mit kurzem Abstand zwischen den Augen. Eine davon bleibt als Zapfen mit ein bis zwei Augen für das nächste Jahr stehen. Der Schnitt erfolgt knapp über dem obersten Auge, ohne es zu verletzen, und immer schräg vom Auge weg.
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