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4 Schnitte, die verblühte Rosen richtig ausputzen

From Babylon SIGNALIS Wiki


Bei einmal tragenden Sorten ist der Rückschnitt nach der Ernte entscheidend. Sobald die letzten Früchte gepflückt sind, werden alle abgetragenen Ruten bodennah entfernt. Junge, noch grüne Ruten bleiben stehen – sie tragen im nächsten Jahr. Ein häufiger Fehler ist, diese jungen Ruten zu kurz zu schneiden oder mit den alten zu verwechseln. Alte Ruten erkennt man an der braunen, oft rissigen Rinde; junge sind hell und glatt. Wer im Frühjahr schneidet, riskiert, dass die Knospen bereits austreiben und die Pflanze Kraft verliert.

Ein häufiger Irrtum ist, dass ein Messer bei dünnen Zweigen sauberer arbeitet. Tatsächlich drückt die Klinge das Gewebe zusammen, statt es zu durchtrennen. Bei jungen Trieben fällt das kaum auf, bei verholzten Ästen hinterlässt es eine Quetschwunde. Die Handschere mit ihrer Gegenklinge hält das Holz fest und trennt es in einer klaren Bewegung. Deshalb solltet ihr für den Kirschlorbeer immer eine scharfe Bypass-Schere verwenden, keine Amboss-Schere, die das Holz quetscht.

Das klingt einfacher, als es ist. Der entscheidende Fehler liegt nicht in der Menge, sondern in der Auswahl. Viele schneiden die schwächsten Triebe zuerst, weil sie optisch stören. Genau das ist falsch. Entfernt werden die ältesten, dicksten und verholzten Äste – idealerweise die, deren Rinde bereits grau und rissig ist. Junge, kräftige Triebe bleiben stehen, denn sie tragen in den nächsten Jahren die Blüte und den Neuaustrieb. Man erkennt sie an der glatten, oft helleren Rinde und am kräftigen Austrieb im Vorjahr.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt mitten in den Blütenstand oder das bloße Abknipsen der welken Blütenblätter. Beides lässt den Stiel verholzen und die Rose bildet unerwünschte Hagebutten. Ebenso falsch: zu tief ins alte Holz schneiden. Der Rückschnitt sollte immer im grünen, gesunden Triebteil liegen. Bei mehrfach blühenden Sorten fördert das den nächsten Blütenflor innerhalb weniger Wochen.
Worauf es beim Schnitt ankommt Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Schneidet den Kirschlorbeer am besten im späten Frühjahr nach der Blüte oder im Spätsommer. Im Hochsommer bei praller Sonne solltet ihr nicht schneiden, cleverer Stauraum weil die frischen Blätter verbrennen können. Setzt die Schere immer knapp über einem Blattpaar oder einer Knospe an, damit die Pflanze dort neu austreibt. Ein leicht schräger Schnitt von außen nach innen hilft, dass Wasser abläuft.

Ein Kirschlorbeer treibt kräftig aus, und viele greifen deshalb zur Motorsäge oder zum Messer, um schnell voranzukommen. Das Ergebnis sind oft ausgefranste Blattränder, die braun werden und der Pflanze mehr schaden als nützen. Eine scharfe Handschere arbeitet dagegen mit einem sauberen Schnitt, der die Wunde klein hält und die Pflanze weniger stresst.

Wer den Ernteschnitt dennoch wagt, natüRliche Düfte sollte den Baum in den folgenden Wochen beobachten. Austretender Gummifluss an den Schnittstellen ist ein Warnsignal. Dann hilft nur noch, die betroffenen Stellen nachzuschneiden und erneut zu versiegeln. Besser ist es, den Schnitt von vornherein auf das Nötigste zu beschränken und den Hauptschnitt im Spätwinter zu erledigen. Kirschen danken diese Geduld mit gleichmäßigem Ertrag und gesundem Holz – ohne Wartezeit, die keiner verzeiht.

Bei einmal blühenden Rosen, etwa vielen Wildrosen und historischen Sorten, wartet man mit dem Ausputzen bis nach der Blüte im Frühsommer. Hier wäre ein später Rückschnitt schädlich, weil die Pflanze bereits Knospen für das nächste Jahr angelegt hat. Anders bei öfter blühenden Beet- und Strauchrosen: Bei ihnen wird während der gesamten Saison alle paar Tage kontrolliert und ausgeputzt. Ein sauberer Schnitt mit scharfer Schere verhindert Quetschungen, durch die Pilze eindringen.

Der Unterschied liegt in der Schneidetechnik. Ein Messer oder eine Säge quetscht und reißt das Holz, besonders bei den dickeren Trieben des Kirschlorbeers. Die offenen Zellen trocknen aus, Pilze und Bakterien dringen leichter ein. Eine gute Handschere schneidet mit einer ziehenden Bewegung, ähnlich wie eine Schere Papier durchtrennt. Der Schnitt ist glatt, die Wunde heilt schneller, und der Austrieb im Frühjahr fällt gleichmäßiger aus.

Ein alter Strauch, der über Jahre nie ausgelichtet wurde, verholzt von innen nach außen. Die Triebe werden dünn, die Blüte lässt nach, und irgendwann steht nur noch ein Gerippe mit ein paar grünen Spitzen. Wer jetzt mit der Säge alles auf einmal herunterschneidet, riskiert einen Totalausfall: Der Strauch treibt zwar oft neu aus, aber ohne Reserven und ohne ausreichende Blattmasse verhungert er im darauffolgenden Winter oder wird von Pilzen befallen. Die Faustregel, die sich in der Praxis bewährt hat, lautet: Pro Jahr maximal ein Drittel der alten Triebe entfernen – nicht mehr.

Typische Fehler sind zu lange Triebe auf einmal zu kürzen. Wer einen Ast um mehr als ein Drittel zurücknimmt, riskiert, dass der Kirschlorbeer von unten kahl wird. Arbeitet lieber in Etappen und kontrolliert zwischendurch die Form. Auch das Schneiden in den alten Holzbereich hinein ist riskant: Dort treibt der Kirschlorbeer oft nicht mehr aus. Prüft vor jedem Schnitt, ob unterhalb der Schnittstelle noch grüne Knospen sitzen.

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