Jump to content

4 Vorteile von Regenwasser für Blumen, die viele übersehen

From Babylon SIGNALIS Wiki

Leitungswasser ist für Zimmerpflanzen und Blumenbeete selten ideal. Es enthält Kalk, der den pH-Wert im Boden langsam nach oben treibt, sowie Chlor und je nach Region Fluorid, die empfindliche Wurzeln belasten. Regenwasser dagegen ist nahezu kalkfrei, leicht sauer und enthält gelösten Stickstoff aus der Atmosphäre. Wer regelmäßig mit Regenwasser gießt, merkt das nach einigen Wochen an kräftigeren Blättern und besserer Blütenbildung, besonders bei Hortensien, Rhododendren, Kamelien und Farnen.

Zur Vorbeugung reicht es, den Perlator alle paar Monate abzunehmen und kurz zu spülen. In Regionen mit hartem Wasser ist das sinnvoller als jede chemische Behandlung. Wer den Kalk früh entfernt, muss nie mit Werkzeug nachhelfen und vermeidet Kratzer an der Armatur. Ein gerader Strahl ist am Ende kein Zufall, sondern das Ergebnis einer sauberen, richtig zusammengesetzten Einheit.

Typische Fehler: Erst die Wände mit dem Duschkopf abspülen und danach abziehen ist sinnlos, weil neues Wasser aufgeschlagen wird. Auch das Abziehen nur der Glasscheibe reicht nicht. Fugen, Silikonkanten und Bodenneigung bleiben die Schwachstellen. Dort sammelt sich Wasser und trocknet langsam. Ein Abzieher mit schmaler Lippe kommt in Ecken, ein breiter für die große Fläche. Zwei Größen sind praktischer als ein Kompromiss.

So zapft man richtig und gießt gezielt Zum Entnehmen reicht ein Eimer an einem Seil oder ein Auslaufhahn knapp über dem Boden. Ein Hahn am tiefsten Punkt ist besser als Schöpfen von oben, weil man so auch das letzte Wasser nutzt und weniger Schlamm aufwirbelt. Beim Gießen sollte man den Strahl direkt auf die Erde richten, nicht über die Blätter. Nasses Laub begünstigt Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Grauschimmel, besonders bei dicht stehenden Stauden. Gießen am frühen Morgen ist günstiger als am Abend, weil die Blätter bis zur Nacht abtrocknen.

Kalk entsteht nicht plötzlich. Er wächst. Jedes Mal, wenn Wasser auf einer Fläche verdunstet, bleibt eine dünne Schicht Calciumcarbonat zurück. Diese Schicht ist zunächst unsichtbar und weich. Erst wenn sie sich über Tage und Wochen stapelt, wird sie hart, grau und lässt sich nur noch mit Chemie und Muskelkraft entfernen. Genau hier liegt der Denkfehler: Die meisten greifen zur Bürste, wenn der Belag schon da ist. Wer stattdessen jeden Tag eine Minute investiert, verhindert, dass er überhaupt entsteht.

Nach dem Abschrauben die Einzelteile auseinandernehmen: Sieb, Lochscheiben, Dichtung. Die Reihenfolge beim Zusammenbau merken oder fotografieren. Die Dichtung nie mit Essig behandeln, wenn sie aus Gummi besteht, denn Säure greift Gummi an und macht ihn spröde. Kalkreste an den Kunststoffteilen mit einer alten Zahnbürste entfernen. Bei starken Ablagerungen die Teile für einige Stunden in ein Gemisch aus Wasser und Essig oder Zitronensäure legen. Danach gründlich mit klarem Wasser spülen, damit keine Säurereste im Trinkwasser landen.

Die einfachste Lösung ist eine Regentonne am Fallrohr der Dachrinne. Entscheidend ist die Montage: Ein Laubfang oder ein Sieb im Einlauf hält Blätter und Moos zurück, sonst veralgt das Wasser schnell. Die Tonne braucht einen stabilen, ebenen Untergrund, damit sie bei Vollfüllung nicht kippt. Ein Deckel verhindert, dass Laub hineinfällt und Mücken darin brüten. Wer Stechmücken vermeiden will, verschließt den Zulauf mit einem feinmaschigen Gitter oder nutzt einen dichten Deckel mit nur kleiner Öffnung.

Das Werkzeug ist ein Abzieher mit einer glatten Gummi- oder Silikonlippe. Kein Schwamm, kein Mikrofasertuch, keine Bürste. Ein Abzieher nimmt Wasser in einem Zug weg, statt es zu verteilen. Nach dem Duschen wird die gesamte Fläche einmal von oben nach unten abgezogen – Wände, Glasscheibe, Armaturen. Wichtig ist der gleichmäßige Druck und ein Winkel von etwa 45 Grad. Zu steil gedrückt springt die Lippe, zu flach bleibt ein Wasserfilm stehen.

Die tägliche Minute ersetzt keine gelegentliche Grundreinigung, aber sie verschiebt sie um Wochen. Ein Abzieher kostet wenig, hält bei guter Pflege Jahre und ist die günstigste Versicherung gegen neuen Kalk. Wer ihn einmal in den Ablauf integriert hat, merkt schnell: Schrubben war nie das Problem – das Warten war es.

Warum die letzte Minute nach dem Duschen zählt Entscheidend ist der Moment direkt nach dem Duschen, solange das Wasser noch warm ist. Warmes Wasser verdunstet schneller und hinterlässt mehr Rückstände. Wer fünf Minuten wartet, bis sich Tropfen gebildet haben, arbeitet bereits gegen die beginnende Ablagerung. Der Abzieher gehört deshalb an den Haken neben der Duschstange, nicht in den Schrank. Fehlt er, wird er vergessen. Steht er griffbereit, dauert die Bewegung keine zwanzig Sekunden.

Regenwasser aus der Tonne ist nicht steril. Es enthält organisches Material, Algen und manchmal Larven. Für Zimmerpflanzen sollte man es deshalb nur abgestanden und gefiltert verwenden. Wer empfindliche Topfpflanzen hat, gießt besser über einen feinen Sieb oder lässt das Wasser einige Stunden in einem offenen Gefäß stehen. Bei Sämlingen und jungen Setzlingen ist frisches Regenwasser aus der Tonne oft zu kalt; hier hilft es, das Wasser vor dem Gießen auf Zimmertemperatur kommen zu lassen.