Altbau modernisieren: günstige Sanierung oder teurer Komplettumbau?
Elektrik und Sanitär sind die heimlichen Kostenfallen. Prüfen Sie, ob die Leitungen noch den heutigen Anforderungen genügen – oft reicht es, einzelne Leitungen zu erneuern, statt alle Wände aufzustemmen. Nutzen Sie vorhandene Leerrohre oder verlegen Sie neue Leitungen in Kabelkanälen an unauffälligen Stellen. Bei der Sanitärinstallation sollten Sie veraltete Bleirohre unbedingt ersetzen, das ist nicht verhandelbar. Andere Rohre können Sie jedoch gegen Korrosion prüfen und ggf. nur die Anschlüsse erneuern. Denken Sie daran, bei allen Arbeiten, die Sie selbst durchführen, die gesetzlichen Vorschriften zu beachten – insbesondere bei Elektrik und Gas ist Fachpersonal Pflicht.
Ein Vollschliff ist körperlich anstrengend und staubintensiv. Mieten Sie eine Bandschleifmaschine und einen Kantenschleifer, arbeiten Sie sich in drei Gängen von grober zu feiner Körnung vor. Wichtig ist, dass Sie die Maschine nie auf der Stelle stehen lassen, sonst entstehen Mulden. Achten Sie auf die Schleifrichtung: Sie verläuft immer parallel zur Maserung. Nach dem groben Schliff mit Körnung 24 bis 36 folgt ein mittlerer Gang mit 60 bis 80 und zum Schluss ein feiner Schliff mit 100 bis 120. Zwischen den Gängen saugen Sie den Staub gründlich ab und prüfen die Fläche im Streiflicht auf Unebenheiten.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Messen ohne Berücksichtigung der Fußleisten. Wenn Sie den Schrank bis zum Boden bauen, müssen Sie die Leiste entweder ausschneiden oder den Schrank mit einem Sockel darauf abstimmen. Messen Sie die Höhe der Fußleiste an der Wand und überlegen Sie, ob der Schrank davor oder dahinter stehen soll. Empfehlenswert ist, den Schrank so zu planen, dass er nicht auf der Fußleiste aufliegt, denn das führt zu Instabilität. Stattdessen sollten Sie den Sockel des Schrankes auf das Niveau der Fußleiste bringen – so entsteht eine optisch durchgehende Linie. Achten Sie auch darauf, dass die Türen des Schrankes genug Platz haben, um sich zu öffnen. Bei einer Schräge kann die obere Tür sonst an der Decke anstoßen.
Die Schräge richtig vermessen: Vom Boden bis zum First Der häufigste Fehler ist, nur die sichtbare Höhe der Schräge zu messen. Tatsächlich müssen Sie den Verlauf der Schräge über die gesamte Tiefe des Schrankes erfassen. Halten Sie das Maßband an der höchsten Stelle der Schräge an und messen Sie die Höhe bis zum Boden. Dann versetzen Sie das Maßband schrittweise nach vorne – in Abständen von zehn Zentimetern – und notieren die Höhe an jedem Punkt. So erhalten Sie ein genaues Profil der Schräge, an dem Sie später die Schrankseiten und die Oberkante der Korpusse ausrichten können. Vergessen Sie nicht, auch die Tiefe der Nische zu messen: von der Wand bis zur Vorderkante der Schräge. Oft ist die Schräge nicht nur abfallend, sondern auch gekrümmt – das erkennt man nur, wenn man an mehreren Stellen misst.
Vergessen Sie nicht, die Messungen notfalls mit einem Laser-Distanzmesser zu überprüfen, besonders bei langen Strecken. Ein Maßband kann durchhängen und liefert oft Werte, die ein paar Millimeter danebenliegen. Messen Sie immer zweimal: einmal von der Wand zur Schräge und einmal von der Schräge zur gegenüberliegenden Wand. Übertragen Sie die Werte in eine Zeichnung, die Sie maßstabsgetreu anfertigen. Diese Zeichnung hilft Ihnen nicht nur beim Bau des Schrankes, sondern auch bei der Bestellung von Plattenmaterial. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie wirklich alle Punkte korrekt erfasst haben, bauen Sie eine einfache Schablone aus Karton nach – das klingt aufwendig, spart aber später Nerven und Material.
Bevor Sie sich zwischen Öl und Versiegelung entscheiden, steht die entscheidende Frage: Muss der Boden überhaupt geschliffen werden? Wenn die Dielen nur matt und abgenutzt wirken, aber keine tiefen Rillen oder Wasserschäden aufweisen, genügt oft ein sogenannter Anschliff. Dabei wird nur die oberste Schicht des vorhandenen Finishs mit feinem Schleifpapier angeraut. Dieser Schritt ist deutlich günstiger und schneller erledigt als ein Komplettschliff. Liegen jedoch Kratzer im Holz oder zeigen sich graue Stellen, müssen Sie tiefer gehen und die gesamte Oberfläche gleichmäßig abtragen.
Bevor Sie auch nur ein Maßband in die Hand nehmen, sollten Sie den Raum grundlegend prüfen. Eine Wasserwaage zeigt Ihnen, ob der Boden wirklich waagerecht ist – in Altbauten sind es oft mehrere Millimeter Unterschied auf wenigen Metern. Prüfen Sie außerdem, ob die Wand, an der der Schrank stehen soll, wirklich senkrecht ist. Diese Messung ist entscheidend, denn sie bestimmt, ob Sie später mit Ausgleichsleisten arbeiten müssen oder ob Sie den Schrank direkt an die Wand stellen können. Messen Sie die Höhe der Schräge an mindestens drei Punkten: vorne, in der Mitte und hinten. Notieren Sie jeden Wert separat – Durchschnittswerte führen hier in die Irre.
Die Kosten und die Dauer der Arbeiten hängen stark von der Bausubstanz ab. Planen Sie genügend Zeit für die Trocknungszeiten von Estrich und Abdichtung ein. Vermeiden Sie es, mit der Duschkabine zu beginnen, bevor das Gefälle und die Abdichtung vollständig fertig sind. Wenn Sie selbst Hand anlegen, benötigen Sie spezielles Werkzeug für den Estrichabbruch und die Abdichtungsarbeiten. Ein Fehler, der oft erst nach Monaten sichtbar wird, ist das Fehlen einer dehnbaren Einlage zwischen Duschfläche und angrenzendem Boden. Durch Temperaturschwankungen arbeiten die Materialien unterschiedlich, was zu Rissen führen kann. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Fliesenleger beraten, bevor Sie die Arbeiten selbst durchführen. Die bodengleiche Dusche im Altbau ist eine lohnende Investition, die den Wohnkomfort erheblich steigert, wenn Sie die baulichen Besonderheiten berücksichtigen.