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Was passiert, wenn Sie den weißen Belag im Wasserkocher ignorieren

From Babylon SIGNALIS Wiki

Warum die Trocknungsphase über das Ergebnis entscheid

Ein häufiger Fehler ist, nur einen Hahn kurz aufzudrehen und dann alle anderen zu vergessen. Stagnationswasser steht in jeder Leitung separat. Wer nur die Küchenarmatur spült, hat das Bad noch nicht versorgt. Ebenso falsch ist es, das Wasser in der Toilette oder Waschmaschine zu ignorieren. Auch dort kann altes Wasser sitzen. Spülen Sie deshalb systematisch alle Entnahmestellen, einschließlich Dusche, Gästebad und Außenhahn.

Praktisch bedeutet das: Wer sein Wasser abkocht, um Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Warmwasserbereiter zu schonen, beschleunigt deren Verkalkung sogar. Die feinen Kalkpartikel setzen sich in Dichtungen, Sieben und Heizstäben fest und lassen sich dort nur schwer wieder entfernen. Besonders problematisch ist das bei geschlossenen Systemen wie Durchlauferhitzern, an denen man nicht ohne Werkzeug arbeitet.

Ein zweiter Durchgang mit klarem, trockenem Tuch nimmt die Flüssigkeit auf, bevor sie verdunsten kann. Nur so verschwinden gelöste Rückstände vollständig. Wichtig ist die Reihenfolge: erst nass reinigen, dann trocken nachziehen. Wer beides in einem Schritt versucht, drückt das Wasser nur hin und her. Der trockene Durchgang muss zügig folgen, solange die Fläche noch feucht ist. Ist sie bereits angetrocknet, lässt sich der Film kaum noch ohne neuen Wasserfilm entfernen.

Bei hartnäckigen Rändern hilft mechanische Unterstützung. Verwende eine weiche Flaschenbürste oder einen Schwamm mit Kunststoffnoppen. Scheuermilch, Stahlwolle oder harte Bürsten hinterlassen Kratzer in der Edelstahl- oder Glasoberfläche. In diesen Kratzern setzt sich neuer Kalk besonders schnell fest. Auch Backpulver ist keine gute Wahl, weil es den Kalk kaum löst und Rückstände hinterlässt. Für starke Verkrustungen kann man die Lösung leicht erwärmen, aber niemals kochen, weil der Druck in der geschlossenen Kanne gefährlich steigen kann.

Ein Kalkrand in der Thermoskanne entsteht durch kalkhaltiges Wasser, das beim Erhitzen Kalk ausfällt. Mit der Zeit setzt sich dieser Belag an der Innenwand und am Boden fest. Das ist nicht nur unschön, sondern kann auch den Geschmack beeinträchtigen und die Isolierleistung verringern. Wer regelmäßig Kaffee oder Tee aus der Kanne trinkt, sollte den Kalk alle paar Wochen entfernen. Die folgenden Methoden sind einfach, wirksam und schonen die Oberfläche, wenn man einige Grundregeln beachtet.

Zur Vorbeugung gehört vor allem regelmäßiges Entkalken, bevor die Schicht sichtbar dick wird. In Regionen mit hartem Wasser reicht es oft, den Kocher alle zwei bis vier Wochen zu behandeln. Wer weiches Wasser hat, kommt mit deutlich längeren Abständen aus. Ein Wasserfilter kann die Härte senken, ersetzt aber nicht das Entkalken. Wichtig ist außerdem, den Kocher nie trocken zu betreiben und nach jedem Gebrauch Restwasser auszugießen, damit sich keine neuen Ablagerungen bilden.

Kalk im Wasser verschwindet nicht, wenn man es erhitzt. Im Gegenteil: Abkochen verstärkt die Kalkprobleme sogar. Wer sein Leitungswasser nur wegen des Kalks abkocht, erreicht damit das Gegenteil dessen, was er sich erhofft. Der Grund liegt in der Chemie des Wassers, genauer gesagt in der Umkehrung der Löslichkeit von Calciumcarbonat.

Zur Vorbeugung kann man gefiltertes Wasser verwenden. Das reduziert den Kalkeintrag deutlich und verlängert die Intervalle zwischen den Reinigungen. Leere die Kanne außerdem nach jedem Gebrauch und lasse sie trocknen, bevor du sie verschließt. Stehendes Wasser fördert nicht nur Kalk, sondern auch unangenehme Gerüche. Prüfe regelmäßig die Dichtung im Deckel: Ist sie hart oder rissig, lässt sich der Deckel oft nicht mehr richtig reinigen, und der Kalk sitzt genau dort, wo man schwer hinkommt.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, man könne mit längerem Kochen den Kalk binden. Tatsächlich verdunstet dabei nur Wasser, während die Mineralien konzentrierter zurückbleiben. Wer regelmäßig abkocht und das verdampfte Wasser nachfüllt, erhöht die Kalkkonzentration im verbleibenden Rest. Ein weiterer Irrtum: Abgekochtes Wasser sei grundsätzlich keimfrei und deshalb für Babynahrung besser geeignet. Für die Keimfreiheit reicht einmaliges Aufkochen, für die Kalkfrage ist es nutzlos.

Kaltes Wasser kann gelöstes Calciumhydrogencarbonat aufnehmen. Beim Erhitzen zerfällt dieser Stoff in Calciumcarbonat, Kohlendioxid und Wasser. Calciumcarbonat ist im heißen Wasser kaum löslich und fällt als feiner weißer Feststoff aus. Diesen Vorgang nennt man Kalkausfällung. Sichtbar wird er als Belag auf dem Topfboden, als Rand im Wasserkocher oder als Flocken im Tee.

Die Entstehung folgt einem einfachen physikalischen Prinzip. Beim Erhitzen zerfällt das im Wasser gelöste Calciumhydrogencarbonat in schwer lösliches Calciumcarbonat, Kohlendioxid und Wasser. Das Kohlendioxid entweicht mit dem Dampf, das Carbonat kann nicht entweichen und setzt sich an heißen Oberflächen ab. Besonders betroffen sind Heizwendel, Bodenplatten und die Innenseiten aus Edelstahl oder Kunststoff. Mit jedem Kochvorgang wächst die Schicht, zunächst als dünner Film, später als raue Kruste.