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Wenn Du Den Doppelt Eingeschlagenen Saum Beherrschst, Sehen Deine Kanten Professionell Aus

From Babylon SIGNALIS Wiki

Für die Vorbereitung brauchst du lediglich ein Bügeleisen, Stecknadeln und etwas Geduld. Falte die Schnittkante zunächst einmal etwa fünf bis acht Millimeter nach links auf die linke Stoffseite und bügele die Falte fest. Klappe den Stoff dann ein zweites Mal in derselben Richtung um, sodass die erste Faltung innen liegt. Die fertige Saumbreite liegt meist zwischen einem und zwei Zentimetern. Bügele auch diese zweite Falte gründlich, damit der Stoff die Form hält, bevor du zur Nähmaschine greifst.

Die Ecken richtig abnäh

Typische Fehler tauchen fast immer an denselben Stellen auf. Der erste: Die Falten werden zu breit gebügelt, sodass der Saum aufträgt und von außen sichtbar wird. Der zweite: Die beiden Einschläge sind nicht parallel, wodurch die Naht mal die innere Kante verfehlt und mal darüber hinausläuft. Der dritte: Du nähst zu weit von der Kante entfernt, dann bleibt ein schmaler Streifen der ersten Falte ungesichert und franst mit der Zeit aus. Ein vierter Fehler ist das fehlende Bügeln vor dem Nähen – ohne fixierte Falten verrutscht alles unter der Nadel.

Ein weiterer häufiger Fehler ist eine zu hohe Spulgeschwindigkeit. Wer den Motor auf Vollgas stellt, riskiert, dass der Faden nicht sauber geführt wird. Besser ist es, die Geschwindigkeit zu reduzieren und den Faden mit der Hand leicht zu spannen. Führen Sie den Faden während des Aufspulens sanft zwischen den Fingern, damit er gleichmäßig aufliegt. Achten Sie darauf, dass die Spule nicht überfüllt wird – eine gleichmäßige Wicklung bis etwa zwei Millimeter unter den Rand reicht aus. Eine übervolle Spule neigt dazu, dass sich der Faden an den Seiten staut und beim Abspulen verkantet.

Warum die zweite Falte über den Erfolg entscheidet Die zweite Faltung ist der eigentliche Trick. Sie verdoppelt nicht nur die Stofflage, sondern umschließt die rohe Kante wie ein Schutzmantel. Dadurch kann nichts ausfransen, selbst bei grob gewebten oder leicht ausfransenden Stoffen. Gleichzeitig wird die Kante stabiler, ohne dass du sie mit Schrägband oder Overlock versäubern musst. Wichtig ist, dass die zweite Falte die erste vollständig umschließt – steht die innere Kante hervor, franst sie später heraus und der ganze Saum löst sich auf.

Ein häufiger Fehler ist es, den Faden beim Aufspulen mit den Fingern zu bündeln oder zu knicken. Jede Kerbe und jeder Knick im Faden bleibt als Schwachstelle erhalten und kann später zum Verhaken führen. Ebenso falsch ist es, die Spule bis zum Rand zu füllen. Ein zu voller Wickelkörper presst die äußeren Lagen gegen den Rand, wodurch innere Windungen eingeklemmt werden. Die Spule sollte nur zu etwa drei Vierteln gefüllt sein, damit der Faden beim Abwickeln frei nachgeben kann.

Eine saubere Wicklung ist keine Frage von Geduld allein, sondern von gleichmäßigem Zug, Kreuzwicklung und einer nicht überfüllten Spule. Wer diese drei Punkte beachtet, vermeidet Schlaufen zuverlässig und muss nicht ständig entwirren.

Der doppelt eingeschlagene Saum ist die unsichtbare Grundlage fast jeder sauberen Kante: Blusen, Kleider, leichte Hosen, Tischdecken, Vorhänge. Der Stoff wird zweimal nach innen gefaltet, sodass die Schnittkante komplett verborgen bleibt. Das Ergebnis ist eine schmale, haltbare Kante, die weder ausfranst noch aufträgt. Wer diesen Saum einmal richtig genäht hat, greift bei kaum einem Projekt mehr zu einer anderen Versäuberung.

Bei Rundungen wie Armausschnitten oder Halsausschnitten funktioniert der doppelte Einschlag nur, wenn du den Stoff vorher leicht einhältst. Nähe dazu mit einer langen Stichlänge knapp innerhalb der späteren Saumkante eine Hilfsnaht und ziehe den Unterfaden leicht an, bis sich der Stoff der Rundung anpasst. Erst dann faltest und bügelst du. Wer hier ohne Anpassung arbeitet, bekommt Wellen oder Beulen, die sich auch durch Bügeln nicht mehr glätten lassen.

Nähe nun knapp an der Innenkante der zweiten Falte entlang. Der Abstand sollte etwa einen Millimeter betragen, damit die Naht die innere Stofflage sicher erfasst, aber nicht über die Kante rutscht. Bei dehnbaren Stoffen hilft eine leichte Stretch-Nadel und ein etwas längerer Stich. Ziehe den Stoff nicht, sondern lass den Transporteur arbeiten. Nach dem Nähen bügelst du den Saum noch einmal von rechts, damit die Naht flach liegt und keine Wellen wirft.

Ein Knopf, der nach zwei Wochen wieder abfällt, liegt selten am Nähgeschick. Meistens fehlt der Stiel, also der kleine Fadenhals zwischen Stoff und Knopf. Ohne diesen Zwischenraum wird der Faden beim Zuknöpfen permanent gespannt und durchgescheuert. Wer den Stiel wickelt und den Faden sauber vernäht, hat einen Knopf, der hält – auch an Jacken, Mänteln und Hosen, wo Zug drauf kommt.

Ein ausgefranster Saum ist kein Grund, das Kleidungsstück sofort zu kürzen. Wer die Fransen einfach abschneidet, verliert Länge, verändert die Passform und riskiert, dass der Stoff an der neuen Kante erneut ausfranst. Die bessere Lösung: den bestehenden Saum stabilisieren. Mit Vlieseline, einem Bügeleisen und etwas Geduld lässt sich der Saum retten, ohne dass die Naht oder die Länge angetastet werden muss.